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Vorwort.

Der Verfasser dieser Schrift ist weder Historiker von Fach noch Philosoph von Fach. Obwohl er auch einiges wissenschaftliche Interesse für die Geschichte der Philosophie hat, beschäftigt er sich also mit Sokrates doch nicht mit der wissenschaftlichen Absicht, ein noch ungelöstes Rätsel in der Geschichte der Philosophie zu lösen; und er veröffentlicht seine Arbeit auch nicht in dem Glauben, daß er diese Absicht erreicht habe.

Seine Beschäftigung mit Sokrates hat vielmehr zum letzten Beweggrund, daß er sich mit dessen Hilfe über die praktischen Probleme des Lebens zu orientieren versucht. Dadurch – dadurch nämlich, daß diese seine letzte Absicht der letzten Absicht entspricht, die Sokrates hatte, glaubt er allerdings mit diesem in eine etwas nähere Fühlung gekommen zu sein, als sie das bloß oder überwiegend wissenschaftliche Interesse herzustellen vermag. Und so glaubt er auch, dem Leser, der sich ebenfalls vornehmlich aus einem persönlich-praktischen Interesse für Sokrates interessiert, einen gewissen Dienst zu leisten, wenn er ihm mitteilt, wie er Sokrates wenigstens im wesentlichen zu verstehen glaubt.

Dieser Leser wird sich auch durch die dem Verfasser bewußten Mängel dieser Schrift nicht hindern lassen, sie für seine weitere Beschäftigung mit Sokrates zu verwerten.

Stuttgart-Degerloch,
im September 1927.

Christoph Schrempf.


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