Walther von der Vogelweide

Walther von der Vogelweide, der hervorragendste Lyriker des deutschen Mittelalters, ist ein Dichter seltener Größe, der für alle Zeiten eine hervorragende Bedeutung behalten wird. Da das Leben des reichbegabten Sängers in eine Zeit fällt, in der Deutschland in Macht und Glanz helleuchtend strahlte, aber auch nicht selten von politischen und kirchlich-politischen Stürmen heimgesucht wurde, so sind seine Lieder für das deutsche Volk um so bedeutsamer, als aus dem wechselnden Weisen neben stimmungsvollen Seelenbildern auch packende Zeitgemälde hervortreten.

Gegen 1170 geboren, vielleicht auf einem Vogelweidhofe im Eisacktale bei Bozen, wahrscheinlich aber in Niederösterreich, aus einem den niederen, sog. Dienstadel angehörenden armen Geschlechte, empfing er seine dichterische Ausbildung ("lernte singen und sagen") in Österreich durch Reinmar den Alten. Während der Regierung des Herzogs Leopold V. (1177 - 1194) und seines Sohnes Friedrich (1194-1198) sang er am Wiener Hofe in sorgenfreier und einflußreicher Stellung seine frischesten und schönsten Natur und Minnelieder, die sich durch Unmittelbarkeit der Empfindung, durch reizende, harmlose Naivität und eine bisweilen mutwillige Schalkhaftigkeit auszeichnen.

Es sind über 100 Texte von ihm überliefert. Er starb um 1230 in Würzburg und wurde dort im Kreuzgang des Neumünster begraben.


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