Hans Christian Andersen
Bilderbuch ohne Bilder
Hans Christian Andersen

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Siebzehnter Abend.

Höre, was der Mond erzählte: «Ich habe den Kadetten Offizier werden und sich zum erstenmal in seiner prächtigen Uniform zeigen sehen, ich habe das junge Mädchen im Ballstaat, die junge Braut des Fürsten glücklich in ihrem Festkleide gesehen; aber keine Glückseligkeit kann sich mit der vergleichen, die ich heute abend bei einem Kinde, einem kleinen vierjährigen Mädchen sah. Es hatte ein neues blaues Kleid, einen neuen rosaroten Hut bekommen; es hatte den Staat eben angelegt, und alles rief nach Licht, denn des Mondes Strahlen, die durch das Fenster drangen, waren nicht hell genug, das mußte anders beleuchtet werden. Da stand das kleine Mädchen steif wie eine Puppe, die Arme ängstlich vom Kleide abhaltend, die Finger weit auseinander gespreizt. O! wie ihre Augen, ihr ganzes Gesicht vor Seligkeit strahlte. ›Morgen darfst du auf die Straße gehen!‹ sagte die Mutter, und die Kleine sah hinauf zu ihrem Hute, sah hinab auf ihr Kleid und lächelte glücklich: ›Mutter!‹ sagte sie, ›was werden die Hunde denken, wenn sie mich in diesem Staate sehen!‹«


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